Wer bei IBM i (früher noch als AS/400 bekannt) an verstaubte, dunkle Serverräume und zugeknöpfte Typen denkt, hätte in Lyon sicherlich gestaunt.
Die diesjährige COMMON EUROPE Konferenz zeigte eindrucksvoll: Die Plattform entwickelt sich schneller denn je – und die Community gleich mit.

Mit über 400 Teilnehmern aus rund 30 Ländern war die Veranstaltung sehr gut besucht. Besonders bemerkenswert: Neben den üblichen Besuchern aus Europa waren sogar Gäste aus Australien vertreten. Noch erfreulicher war allerdings der Altersdurchschnitt. Im Vergleich zu einigen Veranstaltungen vor zehn Jahren war ein deutlich jüngeres Publikum, auch zwischen 20 und 30 Jahren, vor Ort. Ein gutes Zeichen für die Zukunft der Plattform.
Natürlich standen die technischen Themen im Mittelpunkt. Viel diskutiert wurde über IBM Bob, das neue Werkzeug aus dem IBM-Umfeld, das moderne Entwicklungsprozesse unterstützt. Ebenfalls stark nachgefragt waren Vorträge rund um Visual Studio Code und seine Erweiterungen, die inzwischen für viele Entwickler zum bevorzugten Werkzeug geworden sind. Die Zeiten, in denen IBM-i-Entwicklung ausschließlich auf dem Greenscreen stattfand, gehören endgültig der Vergangenheit an.
Strategisch setzte IBM klare Akzente. Besonders spannend war der Ausblick auf POWER11, die nächste Generation der Hardware-Plattform. Die Botschaft war eindeutig: POWER11 wird „AI ready“ sein und künstliche Intelligenz noch stärker in Unternehmensanwendungen integrieren. Damit positioniert sich IBM i weiterhin als moderne Plattform für aktuelle und zukünftige Anforderungen.
Auch die Weiterentwicklung des Betriebssystems war ein wichtiges Thema. Mit IBM i V7R6 steht die nächste Version in den Startlöchern und bringt zahlreiche Verbesserungen für Sicherheit, Performance und Entwicklung mit sich. Ergänzt wurde dies durch viele Sessions rund um Python auf IBM i. Python hat sich längst von einer interessanten Ergänzung zu einem festen Bestandteil moderner IBM-i-Entwicklung entwickelt.
Neben den Vorträgen war jedoch ein anderer Aspekt mindestens genauso wertvoll: die Gespräche zwischen den Teilnehmern. Die Konferenz bot zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken, zum Austausch von Erfahrungen und zum Knüpfen neuer Kontakte. Viele interessante Diskussionen entstanden nicht nur in den Sessions, sondern auch in den Kaffeepausen, beim Abendprogramm oder ganz spontan nach den Sessions. Genau diese Community macht einen großen Teil des Erfolgs aus.
Und weil nicht alles nur aus „Arbeit“ bestehen muss, gab es auch einige Highlights abseits des Kongresses: Mit unserem persönlichen und ortskundigen Stadtführer Patrick James konnten wir die Stadt Lyon aus einer ganz besonderen Perspektive kennenlernen: Kulinarik, Geschichte und lokale Geheimtipps inklusive!
Unser Fazit zur COMMON EUROPE: Wer weiterhin behauptet, die AS/400 beziehungsweise IBM i sei ein Auslaufmodell, war vermutlich nicht in Lyon dabei. Die Plattform entwickelt sich rasant weiter, neue Technologien werden integriert, junge Entwickler kommen nach und die Community ist spürbar lebendig.
Kurz gesagt: IBM i ist alles andere als tot – sie hat gerade ziemlich viel vor.












